Historie

Gründung des "Flottenbeker Reitervereins" e.V.

Am 28.2.1928, dem Jahre der Olympischen Spiele von Amsterdam, versammelten sich bei der Familie Paech in Flottbeck, Baron Voght, sieben Reiter und gründeten den Flottbeker Reiterverein e.V.: die Eheleute Paech, Eheleute Dr. Kober, Hans Meyer, Eduard Schründer und Walter Zingelmann. Statuten wurden festgelegt und die Anmeldung zum Vereinsregister vollzogen. Am 27.3.1928 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen.

Das war der Anfang. Schon vor dieser Gründung hatte man sich der Zustimmung eines größeren Kreises aktiver Reiter vergewissert. Deshalb stieg die Zahl der Mitglieder sehr schnell und hatte im März 1928 bereits 60, Ende 1928 schon 112 erreicht. Sie alle können als Mitgründer des Vereins gelten.

Die Gründung ähnlicher Reitervereine lag im Zuge der damaligen Zeit: Die ungefähr gleichzeitigen Vereinsgründungen in Itzehoe, Wiesbaden, Stettin und vielen anderen Orten beweisen es. Reiter die vor dem 1. Weltkrieg in der Ausübung ihres Sportes irgendwie Anlehnung an das Heer gehabt hatten, sahen sich nach 1918 plötzlich auf sich selbst gestellt und mußten jetzt aus eigener Kraft für gute Einrichtungen des Sports sorgen, wenn sie den Reitsport erfolgreich betreiben wollten, und das wollten sie alle, denn wen einmal die Liebe zum Pferde gepackt hat, wer jemals sich auf einen federnden Pferderücken der Natur ganz eng verwachsen fühlte, wer als Reiter den Blick in Weite, ins Unendliche spürte, wer tieftraurig über irgendein Mißgeschick zu Pferde seine Ruhe und Ausgeglichenheit zurückgewann – der ist dem Pferde ewig verfallen. Die Beschäftigung mit dem Pferde ist ein sehr sinnfälliger Ausdruck der natürlichen Abwehr des Menschen gegen Vermassung. Hast und Mechanisierung des Lebens. So fanden die in den Jahren nach 1920 ins Leben gerufenen ländlichen Reitervereine bald in den Städten ihre Parallele in zahlreichen städtischen Reitervereinen.

Betrachtet man diese vergleichsweise bescheidene Vereinsgründung mit dem, was jetzt daraus geworden ist, so könnte man in Versuchung kommen, den Scharfblick und die Zielstrebigkeit der damaligen Vereinsgründer zu bewundern, wollte man unterstellen, daß ihre Pläne schon damals so weitreichend und umfassend gewesen wären. wie sie zwischenzeitlich zur Tat gereift sind.

Diese Annahme wäre falsch: Man hatte zunächst kein anderes Ziel, als Freunde am Reitsport und Pferdehaltung zu erhalten und zu steigern, man wollte die Anlage und Unterhaltung von Reitwegen fördern, Übungsplätze bauen, Jagden reiten und dergleichen. Man war der Auffassung daß der 1920 für den Westen von Hamburg gegründete Norddeutsche Verein sich nur mit dem Spring-Derby befasse und deshalb die Wünsche und Bedürfnisse des aktiven Durchschnittsreiters nicht genügend berücksichtigte, und daß vor allem mehr für die Jugendreiterei geschehen müsse.

Dieses war über Jahrzehnte nicht nur ein Anliegen des Vereins, sondern er setztr dieses Anliegen auch tatkräftig in die Praxis, wie aus einem Bericht "Jugend im Sattel" ersichtlich ist.

Im Jahre 1948  – in dem die Fusion des FRV mit dem "Norddeutschen Verein für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts" erfolgte – wies die Kartei über 500 Namen aus zum 50jährigen Vereinsjubiläum 1978  bestand der Verein aus 740 Mitgliedern, davon allein 340 Junioren. Heute besteht das Problem darin, daß man zum Reiten nicht unbedingt zwangsläufig einem Verein angehören muß, da es eine Reihe privater Reitställe gibt, in denen man ohne Vereinszugehörigkeit Reitunterricht nehmen kann. Das führte verständlicherweise zu einer Schwächung des Mitgliederbestandes und im Jubiläumsjahr 2003 zählt unser Verein 375 Mitglieder, davon allein 204 Junioren und Junge Reiter.

Die Vereinsführung

Gleich nach der vorher beschriebenen Vereinsgründung wurde der erste Vorstand des "Flottbeker Reitervereins e.V. gebildet von den Herren Paech (1. Vors.), Schründer (2. Vors.), Hass (Schriftf.) sowie Käthe Gehrkens, Franz Greve, Dr. Kober und Hans Meyer.

Nachdem der Verein ab 1930 sein Domizil in der Flottbeker Reithalle des Herrn Meyer gefunden hatte, erfolgte eine Umgrupierung die so aussah: 1. Vors. Paech, 2. Vors. Dr. Kober, Schriftf. Heldern; Beiräte: Ahrens, Hass, Jansen, Schründer, Dr Muth, Tiedje, zeitweise auch Dr. Kirchfeld und Reemtsma.

Diese Vereinsführung amtierte bis Herbst 1933 als nach nationalsozialistischem Reglement ein Vereinsführer eingesetzt wurde, der aber nur ein halbes Jahr seinen Posten innehatte. Dann gab es wieder einen gewählten Vorstand. Im April 1935 übernahm Dr Kober den Vorsitz mit Eduard Schründer als Stellvertreter. Er folgte bei Kriegsausbruch seiner Einberufung zur Wehrmacht und Schründer leitete den Verein unter schwierigsten Zeitumständen von 1939 bis 1948, als die Verschmelzung mit dem "Norddeutschen Verein für Zucht und Prüfung des deutschen Warmblutes" stattfand. Unter dem neuen Namen "Vereinigter Norddeutscher und Flottbeker Reiterverein e.V." wird er wieder geleitet von den Herren Hugo Jansen und Schründer, Ahrens von Foris, Giele, Dr. Kober, Neckelmann und Radtke.

Von 1953 bis 1960 lagen die Geschicke des NFR in den Händen von Dr. Kober. Er war der treibende Motor für Aufschwung und Weiterentwicklung bis die tödliche Krankheit ihn zwang das Heft aus der Hand zu legen. In vier aufeinanderfolgenden Legislaturperioden (1960-72) wurde Dr. Carlheinz Hartung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zu seiner Zeit gehörten dem weiteren Vorstand bei wechselnder Aufgabenverteilung an: die Herren Dr. v. Hänisch, Gehrckens, v. Jenisch, Prinz Bentheim Le Claire, Frau Dr. Kober, v. Hauenschild, Rimpau, Bonertz, Kahler, Alsen, Schlüter, Ahrens sen. u. jun., Thordsen, Giele sen u. jun., Neckelmann, Lehmann, Rehder, Bando und Scharfe.

1972 übernahm Schatzmeister Hans Werner Schlüter (vorher Schatzmeister) den Vorsitz. 2. Vorsitzender: Johannes Thordsen. Oskar Claussen und Herbert Heidorn fungierten als Geschäftsführer der Flottbeker Reithalle GmbH. Im weiteren Vorstand waren vertreten die Herren Giele, Dude, Schründer jun., Röper, Seidel und Scharfe. Dr. Hartung wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Auf der Mitgliederversammlung 1975 wurde dann Dietmar Dude zum 1. Vorsitzenden gewählt, während Oskar Claussen 2. Vorsitzender wurde. Schatzmeister wurde Withold Schulze und Geschäftsführer der Flottbeker Reithalle GmbH Professor Dr. Victor Wolf. Die weiteren Herren des Vorstandes bestanden aus den Herren Löffler, Dr. Vierdt, Schründer jun., Kersten, M.J. Ahrens und Scharfe.

Dieser Vorstand wurde auch im Jahre 1978 im Amt bestätigt mit der Ausnahme daß nunmehr Professor Dr. Wolf Schatzmeister war.

Wegen gesellschaftlicher Belastung stellte sich Herr Dude im Jahr 1981 nicht mehr zur Wahl und übergab das Amt an Fritz Cloppenburg der ohne Gegenstimme gewählt wurde. 2. Vorsitzender war Hans W. Jelke, Schatzmeister Justus Pinckernelle. Herr Dude, Herr Pfeiffer und Herr Niemann bildeten den Derbyausschuß und waren der organisatorische Kopf der Veranstaltung.

Im Jahr 1984 gab es wiederum einen neuen Vorstand, der bis zum September 1978 amtierte. Er bestand aus den Herren Jörn Pfeiffer als 1. Vorsitzender, Max-Georg Tiedt als 2. Vorsitzenden und Justus Pinckernelle, weiterhin als Schatzmeister.

Seit 1978 gehörten dem weiteren Vorstand in wechselnder Reihenfolge und mit verschiedenen Aufgaben folgende Herren an: Schründer, Ahrens, Besener, Kersten, Dr. Schwemer, K. Meyer, J. Rimpau und C. Claussen

Im Jahre 1987 – kurz nach den Neuwahlen – kam es zwischen Vorstand und Mitgliedschaft zu einem Streit über den Verkauf des Derbyturniers an eine von zwei Vorstandsmitgliedern gegründete GmbH. Als verschiedene Vergleichsgespräche zu keinem Erfolg führten, wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den 2.9.1987 einberufen. Hier wurde der größte Teil des Vorstandes abberufen oder trat zurück. Es verblieben lediglich die Herren M.J. Ahrens, Meyer und Rimpau im Vorstand und führten diesen komissarisch bis zur Neuwahl am 20.4.1988. Hier wurde der neue Vorstand wie folgt gewählt: 1. Vorsitzender Klaus Meyer, 2. Vors. Jochim Rimpau, Schatzmeister Max-Jürgen Ahrens.

1991 stellte sich Herr Rimpau nicht mehr zur Wahl und Herr Dietmar Dude übernahm den 2. Vorsitz. In dieser Zusammensetzung führt der Vorstand den Verein bis heute, wobei im erweiterten Vorstand folgende Damen und Herren zu verschiedenen Zeiten vertreten waren: H. v. Buchwaldt, Christiane Luteroth, Hein, Hannelore Grothgar (geb. Bando), Wunnerlich, Pflüger, Britta Bando, Sieglinde Arning, Ulrich.

Nach den im Jubiläumsjahr erfolgten turnusmäßigen Neuwahlen setzt sich die Vereinspitze folgendermaßen zusammen: Klaus Meyer (seit 25 Jahren 1. Vorsitzender), Dietmar Dude (2. Vorsitzender und seit 1972 im Vorstand) Max-Jürgen Ahrens (Schatzmeister, seit 1975 im Vorstand und seit 1987 Schatzmeister), sowie Claus Büttner, Franz Peter Bockholt, Carlos Claussen, Esther Hartenstein, Martina Meister, Dr. Katharina Strecker, Reinhardt Voigt 

Der Beginn Gesellschaftsritte und Jagden

Die sogenannten Gesellschaftsritte und die Jagdreiterei nahmen am Anfang einen breiten, wenn nicht den größten Teil des Vereinslebens ein. Zunächst hatten im Sommer verschiedene Gesellschaftsritte stattgefunden und die Freude an gemeinschaftlichen sportlichen Veranstaltungen gestärkt. So ritt beispielsweise im Jahre 1928 eine Gruppe in die Lüneburger Heide und 1929 gab es es Ritte entlang der Ostseeküste über Warnemünde bis Travemünde und sogar bis zur Insel Rügen. Die Jahresberichte des Vereins aus den Jahren 1928 bis 1933 haben Einzelheiten dieser vielen schönen Gesellschaftsritte festgehalten. Parallel hierzu nahm die Durchführung der Herbstjagden einen erheblichen Teil des Jahresprogramms ein. Bis dahin waren Jagden in unserem Gelände vom Reitstall Greve veranstaltet oder hatten auf Einladung unseres Mitglieds Käthe Gehrckens unter der Regie eines der übrigen Hamburger Reitvereine stattgefunden.

Am 23.9.1928 wurde die erste vom Verein veranstaltete Herbstjagd geritten. Die Hubertusjagd 1928 am 4.11.1928 vereinigte bereits ein Jagdfeld von 54 Reitern. Die Zahl der Teilnehmer an den weiteren Jagden wuchs erfreulich stark, so daß bei der Hubertusjagd 1932 bereits 105 Brüche, in den späteren Jahren oft über 125 Brüche verteilt werden konnten. Die Hubertusjagd 1938 endete in Wedel, wo auf dem Marktplatz vor dem alten Rolandstandbíld den Hunden das Curée bereitet wurde. Viele vergnügte Reden bei dem anschließenden Jagdfrühstück legten Zeugnis ab von der glänzenden Stimmung der Reiter und endeten damit, daß der Bürgermeister von Wedel die ganze Jagdgesellschaft zum Besuch des Ochsenmarktes im Frühjahr 1939 nach Wedel einlud.

Die erste Nachkriegs-Hubertusjagd wurde am 31.10.1948 geritten. An der Hubertusjagd 1952 nahmen schon wieder 86 Reiter teil. Berücksichtigt man, daß die frühere Beteiligung der Offiziere benachbarter Regimenter jetzt fortgefallen ist, so beweist der wieder erreichte Umfang der Teilnehmer, wie stark die Freude am Jagdreiten nach dem Kriege wieder angewachsen ist
Die Hauptlast der Vorbereitung und Durchführung der Jagden ruhte auf den Schultern der Master:

Als Master ritten:

1928 Max Ahrens sen., Vizemaster Dr. Kober 1929 – 1933 Dr. Kober, Vizemaster Frau Sieverts-Weidtman und Max Ahrens jun. und ab Herbst 1933 Max Ahrens jun.
Das zeitraubende und verantwortungsvolle Aussuchen der Jagden muß das sehr unterschiedliche Können der Reiter und Pferde berücksichtigen.
Die meisten Jagden wurden ohne Meute geritten. Gelegentlich war in unserem Gelände die Meute geritten. Gelegentlich war in unserem Gelände die Meute des Hamburger Schleppjagd-Vereins zu Gast, von 1930 bis 1939 regelmäßig die Meute des Schleppjagd-Vereins Itzehoe, mit dem uns ein enges freundschaftliches Verhältnis verband. Allmählich wurden auch 2 bis 3 Frühjahrsjagden und Heidegelände von Rissen und Catharinenhof geritten. Dorthin waren auch immer Ausweichmöglichkeiten bei Herbstjagden gegeben, wenn zu hartnäckige Regenfälle die Benutzung seines sonst für Jagden vorgesehenen Geländes unmöglich machten. Das Jagdgelände lag anfangs vielfach ganz in der Nähe der Flottbeker Reithalle. Häufig war das Stelldichein am Hünengrab beim Bahrenfelder Exerzierplatz. Das Gelände um Friedrichshulde gab die Möglichkeit zu schwierigen Grabenjagden, das Gelände bei Holm zu abwechslungsreichen Knickjagden mit Gräben davor und dahinter. Weitere Jagden fanden im Gelände Osdorf/Blankenese/Falkenstein und Rissen statt. Eine der interessantesten Jagden mit zahlreichen Sprüngen war die in den ersten Jahren noch mögliche Jagd "Rund um die Reithalle", bei der es über alle damals noch unbebauten Koppeln der Gr. Flottbeker Gemarkung mit ihren natürlichen Hecken, Gräben, Koppelricks, Wegesprüngen und Melkbuchten ging. Seit 1929 wurde im Gelände beim Catharinenhof alljährlich eine "Jagd der Damen" geritten, bei der Herren nur im zweiten Jagdfeld zugelassen waren und bei der regelmäßig auch alle Amazonen der übrigen Hamburger Reitervereine bei uns als Gäste ritten. Die Zahl der jährlich von uns veranstalteten Jagden erhöhte sich bald auf 20. Ab 1932 wurden besondere Juniorenjagden geritten. Die zunehmende Bebauung des Geländes in Gr. Flottbek, Kl. Flottbek und Blankenese hat den Schwerpunkt der Jagden mehr in das Gelände Osdorf/Schenefeld/Sülldorf/Rissen/Catharinenhof/Waldenau verlegt und es auch unmöglich gemacht, das Halali wie in den ersten Jahren in die unmittelbare Nähe der Flottbeker Reithalle zu legen.
Auch nach dem Krieg bis in die 70er Jahre hinein wurden im Herbst regelmäßig Jagden im Hamburger Westen, aber auch in anderen Gegenden Norddeutschlands, insbesondere in Wiemerskamp geritten. Die letzte Jagd übrigens um die Flottbeker Reithalle herum wurde im Jahr 1951 von unserem heutigen Vorsitzenden Klaus Meyer – damals 14jähriger Junior – veranstaltet und ausgebaut mit finanzieller Unterstützung des Modehauses Fahning. Die Jagd startete auf dem Gelände der Flottbeker Reithalle, führte über das Gebiet der des jetzigen Elbe-Einkauf-Centrums, durch die jetzige Baumschule Wortmann, über den Poloplatz, durch den Ziegeleiteich, über das Gelände des jetzigen neuen Botanischen Gartens sowie durch die jetzige Siedlung Heinrich-Plett-Straße und endete auf einer Wiese Windmühlenweg Ecke Röbbek. Dieses war eine fast reine Juniorenjagd. Es war die letzte Jagd in Flottbeker Gelände, danach wurde die Bebauung so stark, daß Jagden in Flottbek nicht mehr möglich waren.

Jagdreiten

Eine ganz andere Art der Reiterei.
Seit 1866 wurde dieser schöne Sport westlich von Hamburg ausgeübt. Durch die Gründung des Bahrenfelder Reitervereins (etwa 1860) und durch die Verbindung mit dem Offizierskorps des Feldartellerie Regiments 45, wurden Jagden in einem schönen und interessanten Gelände veranstaltet, das bereits am Kasernentor "Zur grossen Exerzierweide" in Bahrenfeld (heute DESY) begann und sich weit ins Holsteiner Land ausdehnte.
Am 23.9.1928 wurde die erste vom Verein veranstaltete Hubertusjagd ausgetragen. Der "Kick" des Jagdreitens ist die Tatsache, daß es um nichts geht, weder um Schleifen noch um Geld, sondern lediglich um die wirkliche Freude am Pferd und an der Natur. Am Ende gibt es für jeden Teilnehmer eine Eichen- oder Tannenbruch. Die Reiter erleben die typische Holsteiner Landschaft mit Natursprüngen auf Weiden, Stoppelfeldern, Gräben, und Knicks. Die Jagden führten früher über Osdorf, Sülldorf, Iserbrook, Rissen, Klövensteen, Holm, Appen-Etz bis nach Wedel. Auch im Gelände um die Flottbeker Reithalle wurde verschiedentlich geritten.
Manchmal hatten wir die Lübecker Beagle-Meute mit ihrem Master Herrn Dr H.H. Martens zu Gast oder auch die Foxhound Meute des Hamburger Schleppjagdvereins mit Master Herrn Hans Giele und seiner Equipage. Diese Meute hatte ihren Sitz in Wiemerskamp. Im Jahre 1960 kam der NFR und der HSJV zu dem Beschluß, die Hubertusjagd soll eigentlich Abschluß und Krönung jeder Jagdsaison sein. Sie wird geritten zu Ehren des Schutzpatrons der Reiter – dem Heiligen St. Hubertus. Unser Verein hatte den Vorzug, immer großartige Master zu haben.

Ein Master führt das Feld und ist für alles verantwortlich, vom Aufbau bis zum Ende  – dem Halali.
Der Großvater unseres heutigen Schatzmeisters, Max-Jürgen Ahrens, war ab 1928 der erste Master, dann übernahm bis zum Jahre 1933 Herr Dr. Karl Kober das Amt. Ihm folgte Herr Max Ahrens. Ich hatte leider nur wenige Jahre das Vergnügen, hinter ihm zu reiten. Noch heute blicke ich voller Hochachtung auf die Zeit zurück. Sein Pferdeverstand, seine gute Beziehung zu den Landwirten, sowie die Atmosphäre, die er seinen Mitstreitern verschaffte, war einfach wunderbar. Aus Gesundheitsgründen gab Master Ahrens sein Amt 1963 an den damaligen 1. Vorsitzenden und Ehrenpräsidenten Herrn Dr. Carlheinz Hartung ab.

So führte der letzte Master des Vereins sein Erbe weiter, bis Anfang der 70er Jahre diese schöne Tradition ihr Ende fand.  – Die Stadt Hamburg wurde immer größer, Wiesen und Weiden, die für die Jagden zur Verfügung standen, wurden mit scheußlichen Hochhäusern und sonstigen Gebäuden verschandelt.
Bleibt wohl noch zu erwähnen, daß nach jeder Jagd ein Frühstück folgte, oft in den schönen Privathäusern oder auch auf einer Stallgasse mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone.
Am Abend nach der Hubertusjagd fand ein richtig großer Ball statt, meistens bei "Jacob" an der Elbchaussee. Die Damen im Abendkleid und die Herren im roten Galafrack mit Escarpins, Seidenstrümpfen und Schnallenschuhen.
Es waren Bilder aus einer anderen Welt  – so nah  – und doch so weit entfernt !!!
Wenn jemand Lust verspürt, Jagden zu reiten  – ich verspreche ihnen nicht zuvielm es ist ein ganz großes Vergnügen  – wende er sich bitte an den Hamburger Schleppjagdverein, der ist immer noch aktiv.

Die Gebote der Jagdreiterei !!!

1 – 100

Lerne reiten und Dein Pferd
zu beherrschen!

Lerne in der Gruppe zu galoppieren.

Lerne in der Gruppe zu springen.

Trainiere Dein Pferd und dich selbst.

Bringe nie Andere – Pferde und Menschen – in Gefahr.

Kleide dich angemessen und sehr sauber:
Für Damen: schwarzes, blaues oder grünes Jackett,
Für Herren: schwarzer oder roter Rock,
Für Beide: bruchsichere Kopfbedeckung.

Überprüfe bevor es losgeht Sattelzeug, Steigbügelriemen, ebenso das Gebiß der Zäumung – nicht dein eigenes – das kannst du zu Hause lassen!

Wichtig: Benutze niemals glatte Lederzügel – rutschen bei Regen wie Schmierseife durch die Hände.

Das Letzte: Beauftrage immer jemanden, Dich beim Halali zu suchen, denn so mancher ist verletzt im Wald oder auf einem Acker verschwunden:

Alles in Ordnung – Dann gute Jagd !!!

A.R.

Die langjährigen Angestellten des Vereins

Herr Paul Rediske war seit 1954 amtierender Futtermeister in Flottbek. Er war selbst ein guter Reiter und betreute verschiedene Pferde. Rund um die Uhr war er für die Pferde und Stallungen im Einsatz. Nach seiner Pensionierung half er immer noch bei den Derbyveranstaltungen mit und ließ kein erreichbares Turnier aus, an dem seine Tochter Karin und seine Schwiegersohn Herbert Rehbein teilnahmen. Sein Tod hat eine Lücke hinterlassen, die nie wieder geschlossen werden konnte.

In diesem Jahr finden zwei besondere Ereignisse statt. Am 1. Juli 2003 ist Frau Jutta Bohacik 25 Jahre im Vereinssekretariat tätig. Zuerst begann die gelernte Bürokauffrau in ihrem bis dain ausgeübten Beruf als Buch- und Lohnbuchhalterin im Vereinsbüro, übernahm dann nach dem Ausscheiden der damaligen Vereinssekretärin das gesamte Büro und organisierte mit Frau Barbara Michelmann, die durch ihre Schwiegermutter, Frau Margarete Michelmann, die mehr als 15 Jahre das Sekretariat leitete, zum Verein kam und vorrangig für Turniere zuständig war, das Derby. Auch heute steht Barbara Michelmann die mit Unterbrechungen z.B. wegen "Babypause"etc. von 1965 bis 1996 beim NFR angestellt war, noch gerne bei zu großem Arbeitsanfall zur Verfügung.

Jutta Bohacik ist eine großartige Frau. immer freundlich und gut gelaunt, keine Arbeit ist ihr zuviel, selbst Überstunden erledigt sie mit Engagement und Spass an der Aufgabe.

Das zweite Jubiläum kann Herr Klaus Fronzek feiern. Am 10. September 2003 ist er 10 Jahre für die Anlage Derbypark als Platzmeister zuständig. Er übernahm die Aufgabe von seinem Vater, Fritz Fronzek, der vom 1.7.1957 bis zu seiner Pensionierung am 1.9.1993 für unseren Verein tätig war; zuerst als großartiger Pfleger in den Stallungen und später aus Gesundheitsgründen, wie sein Sohn Klaus Fronzek heute, als Platzwart der Aussen-Derby-Anlage.

Wir gratulieren den Jubilaren sehr herrzlich und wünschen den Jubilaren sehr herrzlich und wünschen uns eine lange weitere Zusammenarbeit.